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Ratgeber Kindergesundheit - Fieber

Fieber bei Kindern

Fieber gehört zum Kindsein

Fieber ist wichtig. Fieber hilft einem kranken Kind, wieder gesund zu werden. Denn mit erhöhten Temperaturen setzt sich der Körper aktiv gegen Krankheitserreger zur Wehr. Und da Kinder häufig krank sind, gehört Fieber zum Kindsein wie die Schramme am Knie. Viele Eltern sind trotzdem verunsichert, wenn ihr Kind fiebert. Etwa jeder vierte Besuch beim Kinderarzt gilt erhöhten Temperaturen. Wann ist Vorsicht geboten? Wie lässt sich Fieber sanft lindern? Unser Ratgeber begleitet Sie und Ihr fieberndes Kind mit praktischen Tipps.

Fieber bei Kindern - wann zum Arzt/Ärztin?

Ein fieberndes Kind beobachten.

Um Fieber richtig zu beurteilen, ist es wichtig, dass Sie den Allgemeinzustand Ihres Kindes sorgfältig beobachten. Es gibt Kinder, die auch bei hohen Körpertemperaturen wenig beeinträchtigt sind. Andererseits kann sich ein Kind mit nur geringfügig erhöhter Temperatur sehr krank fühlen. Hier ist Ihre persönliche Erfahrung entscheidend. Beim ersten Kind suchen Eltern eher den Arzt/Ärztin auf, weil sie eine Fiebererkrankung noch nicht richtig einschätzen können. Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind, desto früher sollten Sie, vor allem im ersten halben Lebensjahr, Rat einholen.

  • Bei starken, unklaren oder anhaltenden Beschwerden
  • Fieber in den ersten drei Lebensmonaten gehört unbedingt in ärztliche Behandlung
  • Wenn das Fieber höher ist als 39 °C oder länger als zwei bis drei Tage anhält
  • Bei einem Fieberkrampf
  • Immer wenn Sie ein ungutes Gefühl haben

Fieber zulassen

Fieber zeigt Ihnen, dass Ihr Kind sich mit etwas auseinandersetzt. Vielleicht hat es sich verkühlt, vielleicht hat es sich körperlich oder seelisch überfordert, vielleicht hat sich ein Splitter entzündet, vielleicht hat es sich mit Viren oder Bakterien infiziert. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Viren bei höheren Temperaturen deutlich langsamer vermehren und Fieber somit eine positive Rolle bei der Abwehr von Viruserkrankungen spielen kann. Umgekehrt führt die Unterdrückung des Fiebers mitunter zu einem ungünstigeren Krankheitsverlauf. Deshalb sollten Sie Fieber erst einmal zulassen. Gerade in der Anfangsphase, wenn Ihr Kind friert, können Sie den Körper unterstützen, Wärme zu bilden: mit einer zusätzlichen Decke, einer Wärmflasche, mit Wollsocken und Tee. Trinken ist jetzt ganz wichtig, denn durch die hohen Temperaturen braucht Ihr Kind jetzt viel Flüssigkeit.

Fieber senken

Wenn die Körpertemperatur auf über 39 °C steigt oder Ihr Kind stark erschöpft ist, können Sie das Fieber behutsam senken. Bitte beginnen Sie mit fiebersenkenden Massnahmen aber nur, wenn sich Waden und Füsse warm anfühlen. Denn dann ist der Körper Ihres Kindes bereit, etwas von seiner Wärme abzugeben.

Was sagt die Temperatur?

Bei Temperaturen über 38,5 °C – bei Säuglingen bis sechs Monaten schon bei Temperaturen über 38,0 °C – spricht man von Fieber. Dabei sagt die Höhe des Fiebers allein nichts über die Schwere der Erkrankung aus. Wichtiger als ein Thermometer ist Ihre Beobachtung: Behalten Sie Ihr Kind im Blick, nehmen Sie sich Zeit, es zu begleiten.

Was hilft Ihrem Kind bei Fieber?

Ausreichend trinken.
Am besten Tee oder auch Wasser. Essen ist jetzt weniger wichtig, denn die Verdauung belastet den Körper unnötig. Ihr Kind wird nach der Genesung wieder ordentlich Appetit haben und einen eventuellen Gewichtsverlust schnell aufholen.

Ruhe.
Wenn möglich Bett- oder Sofaruhe. Statt Musik zu hören, am Handy zu spielen oder Fernsehen zu schauen, sollte Ihr Kind nach Möglichkeit völlig zur Ruhe kommen. Seien Sie bei ihm, erzählen oder lesen Sie ihm eine Geschichte vor. Auch wenn das Fieber abgeklungen ist, sollte Ihr Kind noch zwei Tage zu Hause bleiben dürfen. Siehe auch: Welche Umgebung braucht ein krankes Kind?

Waschungen mit Zitronenwasser

Wenn Arme und Beine kühl sind, können Sie Kinder ab 3 Monaten mit warmem Zitronenwasser abwaschen.

So funktioniert die Waschung
Verdünnen Sie den Saft einer ungespritzten Zitrone mit 1 bis 2 l warmem Wasser. Die Schale der Zitrone können Sie zusätzlich mit einem Küchenmesser einritzen und in das Wasser legen, damit auch das Zitronenöl austreten kann. Für die Anwendung sollte die Zitronenwassertemperatur nur 2 Grad unter der Körpertemperatur liegen. Waschen Sie damit das Kind von Kopf bis Fuss vorsichtig ab, trocknen Sie jeden Körperteil sofort ab und decken Sie das Kind danach gleich wieder zu.

Wadenwickel bei Kindern

Bei Kindern ab 6 Monaten können Sie mit einem Wadenwickel das Fieber senken. Bitte wenden Sie einen fiebersenkenden Wickel aber erst an, wenn das Fieber nicht mehr ansteigt, sondern sich auf einem Temperaturniveau eingependelt hat. Achten Sie vor Anlegen des Wickels auf warme Füsse.

So funktioniert der Wadenwickel
Geben Sie den Saft einer Zitrone in eine Schüssel mit warmem Wasser (etwa 2 Grad unter der momentanen Körpertemperatur). Tauchen Sie zwei Baumwoll- oder Leinentücher hinein, wringen Sie die Tücher so aus, dass sie nicht mehr tropfen, und wickeln Sie je ein Tuch um jede Wade: vom Knöchel bis hoch zum Knie. Anschliessend schlagen Sie die Beine in ein trockenes Handtuch ein und lassen den Wickel etwa 10 Minuten wirken. Sie können die Anwendung bei Bedarf noch zweimal mit einer halben Stunde Abstand wiederholen.

Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

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