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Ratgeber Schwangerschaft und Stillzeit - Wochenbett und Stillzeit

Wochenbett & Stillzeit

Zueinander finden und Vertrauen aufbauen

Schon kurz nach der Geburt suchen die meisten Säuglinge instinktiv nach der Brust – die Stillzeit beginnt. Nehmen Sie sich Zeit für die körperliche und seelische Umstellung, die das Wochenbett mit sich bringt. In diesen ersten sechs bis acht Wochen erholt sich Ihr Körper von der Geburt und es spielt sich ein individueller Rhythmus zwischen Ihnen und Ihrem Kind ein. Stand die Schwangerschaft ganz im Zeichen der Lockerung, sind Festigung und Bindung die grossen Themen der Stillzeit.

Die vielen Vorteile der Muttermilch

Muttermilch ist die lebensgemässe Nahrung für Ihr Kind. Sie geben ihm mit der Brust eine optimale Zusammensetzung von Fett, Eiweiss, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineral- und Abwehrstoffen. Zugleich schützen Sie das Neugeborene, denn Stillen gilt als wichtige Allergieprophylaxe.

Aber Stillen ist mehr als die Versorgung mit Muttermilch. Über den Hautkontakt mit Ihnen legen Sie die Basis für ein tiefes Vertrauen und eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes. Das Saugen kräftigt zudem seine Kiefer, Lippen und Zunge sowie die Muskeln an Kopf und Hals. Es fördert eine regelmässige Zahn- und Kieferstellung. Weil sich das Kind beim Saugen anstrengt, findet es umso leichter in den Schlaf. Und den braucht nicht nur Ihr Neugeborenes – auch Sie werden vor allem in den ersten Wochen jede Erholungsphase geniessen. Vielleicht lernen Sie einen weiteren Vorteil des Stillens schätzen: Sie können Ihr Baby jederzeit und überall mit perfekt temperierter Nahrung versorgen.

Wochenbett und Stillzeit

Richtig stillen – aber wie?

So gewinnen Sie Sicherheit

Nehmen Sie sich vor allem im Wochenbett Zeit und Ruhe beim Stillen. Vielleicht müssen Sie Ihrem Partner oder älteren Kindern erklären, wie wichtig das jetzt für Sie ist. Nur so können Sie zusammen mit Ihrem Neugeborenen einen Rhythmus finden, der Ihnen beiden guttut. Mit jedem Tag werden Sie etwas mehr Sicherheit gewinnen.

Das Baby anlegen

Es gibt viele Stillhaltungen, aber einen universellen Rat, um Verspannungen vorzubeugen: Bringen Sie das Baby zur Brust, nicht die Brust zum Baby. Probieren Sie, eine bequeme Stellung zu finden, in der sich Ihr Baby mit seinem ganzen Körper Ihnen zuwenden, sich eng an Sie schmiegen und mühelos Ihre Brustwarze erreichen kann. Um Ihre Brust zu schonen, sollte das Kind möglichst viel vom Warzenhof mit in den Mund nehmen.

Wie lange auf jeder Seite stillen?

Lassen Sie Ihr Kind immer aus beiden Brüsten trinken, aber wechseln Sie die Seite nicht zu früh. Denn erst nach etwa drei bis fünf Minuten geht die dünnere, Durst stillende Milch in eine kalorienreiche, sättigende Nahrung über. Auch wird die Milchbildung optimal angeregt, wenn das Kind eine Brust ganz leer trinkt. Wenn Ihr Säugling dann an der zweiten Brust weniger trinkt, ist das kein Grund zur Sorge. Bieten Sie die zweite Brust beim nächsten Stillen einfach als erste an. Wenn Sie unsicher sind, welche Seite an der Reihe ist, können Sie Ihren BH-Träger zum Beispiel mit einem Band markieren.

Übrigens:
Es ist ganz normal, wenn Ihr Baby in den ersten Tagen bis zu sieben Prozent seines Geburtsgewichts abnimmt. Innerhalb von zwei Wochen wird es die verlorenen Gramm wieder aufholen.

Die Pflege der Brust

Ihre Brust reagiert jetzt sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen. Halten Sie Ihren Oberkörper deshalb warm und schützen Sie ihn vor Zugluft, auch in den Sommermonaten. Aber: Da feuchte Wärme Infektionen und Entzündungen begünstigt, sollten Sie nach dem Stillen Milch- und Speichelreste gut trocknen lassen. Solange Milch ausläuft, leisten Ihnen waschbare Stilleinlagen aus Wolle, Seide oder Baumwolle gute Dienste. Bitte wechseln Sie feuchte Stilleinlagen aus.

Ernährung in Wochenbett und Stillzeit

Essen Sie, worauf Sie Lust haben – solange es hochwertige, gehaltvolle und frische Lebensmittel sind. Milchprodukte sollten nicht zu kurz kommen, denn Sie und Ihr Baby brauchen jetzt Kalzium. Manche Kinder reagieren auf Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl und Sauerkraut mit Blähungen, andere verdauen alles problemlos. Sie werden herausfinden, was Ihrem Kind bekommt und was Sie während der Stillzeit lieber meiden sollten.

Und wenn das Stillen nicht gleich klappt?

Ruhe bewahren

Zu wenig Milch, zu viel Milch, blank liegende Nerven oder Stimmungstiefs – Stillkrisen sind ganz normal. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen.

Zu wenig Milch?

Erschöpfung und Unruhe können die Milchbildung behindern. Schaffen Sie sich deshalb eine entspannte Still-Umgebung. Nach dem Stillen können Sie die Brust mit einem hochwertigen Öl einreiben. Dabei sollte die Brustwarze ausgespart werden. Essen und trinken Sie genug? Auch eine unzureichende Ernährung kann den Milchfluss reduzieren. Kochen Sie sich täglich eine grosse Kanne Milchbildungstee und probieren Sie die ebenso köstlichen wie kalorienreichen Milchbildungskugeln, um den Milchfluss anzuregen.

Ruhe bewahren

Zu viel Milch?

Auch zuviel Milch kann belasten, weil sich ein schmerzhafter Druck in den Brüsten aufbaut. Essen und trinken Sie etwas weniger oder bereiten Sie sich einen milchbildungshemmenden Tee aus Salbeiblättern und Pfefferminze zu. Bei starkem Druckschmerz können Sie etwas Milch ausstreichen, um einen Milchstau oder eine Brustentzündung zu vermeiden. Weitere Massnahmen besprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Rezept Milchbildungskugeln

250 g Weizen
150 g Gerste und
100 g Hafer (alles fein gemahlen)
mit einer Handvoll gehackten Cashewkernen in einer Pfanne bis zur Bräunung rösten
150 g kalte Butter zugeben und mit
150 g Rohrzucker oder Honig verrühren.
Mit etwas Wasser aus dieser Masse kleine Bällchen (2 cm Durchmesser) formen und täglich 2–3 bis drei Kugeln kalt geniessen.

Rezept Milchbildungstee

1 Teil Kümmel- und Aniskörner sowie Fenchelsamen
1 Teil Hopfen
1 Teil Melissenblätter
1 Teil Holunderblüten

Zwei Teelöffel der Mischung mit einem Mörser kurz anstossen (damit die ätherischen Öle in den Tee übergehen können), dann mit ¼ Liter kochendem Wasser aufbrühen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und bei Bedarf süssen. Wir empfehlen, max. drei grosse Tassen über den Tag verteilt zu trinken.

Sanft gelindert

Typische Beschwerden während Wochenbett und Stillzeit

Typische Beschwerden während Wochenbett und Stillzeit

Schmerzhafte Verspannungen während der Stillzeit

Das ungewohnte Tragen Ihres Säuglings wie auch eine ungünstige Stillposition können zu Verspannungen im Hals-Nacken-Schulter-Bereich führen. Viele Mütter klagen zudem über Schmerzen im Kreuzbein. Eine Einreibung mit einem hochwertigen Öl sendet Wärme und Entspannung in die betroffenen Bereiche, lindert den Schmerz und löst Verspannungen. Um Fehlhaltungen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Sitzhaltung beim Stillen überprüfen und gegebenenfalls im Liegen stillen. Gute Tragehilfen entlasten zudem Ihren Rücken – und den Ihres Partners.

Informationen zur Entwicklung Ihres Säuglings und zur Behandlung möglicher Krankheiten finden Sie in der Rubrik „Ratgeber Kindergesundheit“.

Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

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