Herbst
WALA Arzneimittel

Zeit der Einkehr: der Herbst

Im Herbst trägt unser Heilpflanzengarten einen farbenfrohen Mantel. Es stehen noch einige wichtige Aufräumarbeiten an, gleichzeitig herrscht schon eine gewisse Stille und Ruhe. Die Hitze des Sommers ist vorbei – für die Menschen im Garten eine angenehme Zeit der Einkehr. Unsere Heilpflanzen und auch der Boden atmen auf.

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Vorhang auf für den Herbst

Die goldene Jahreszeit zeigt sich in den unterschiedlichsten Facetten. Bernhard Ehrmann, Leiter WALA Heilpflanzengarten, und Sven Hahn, Gärtner im WALA Heilpflanzengarten, berichten, welche besondere Stimmung im Heilpflanzengarten herrscht und warum sie den Herbst so schätzen.

«Im Herbst atmet der Garten auf.»

Bernhard Ehrmann, Leiter WALA Heilpflanzengarten

Welche Gartenarbeiten stehen im Herbst an?

Kompost umsetzen

Damit aus Pflanzenresten wertvoller Humus wird, braucht es mehr als nur Zeit: Beim Umsetzen im Herbst wird der Kompost belüftet – das lieben die Mikroorganismen. Die zahlreichen Lebewesen sind verantwortlich dafür, dass die Masse vollständig zersetzt werden kann. Auf den Geländen der WALA gibt es insgesamt bis zu 30 Komposthaufen. Sie bestehen aus verschiedenen organischen Bestandteilen, wie zum Beispiel Laub oder Holzhäckseln. Wir geben dem Kompost zwei bis drei Jahre Zeit, damit er sich in Ruhe entwickeln kann. Er eignet sich für die Aussaat, zum Topfen und für vieles mehr – ein echter Alleskönner!

Laub rechen und Beete abdecken

Den Grossteil des Laubs nutzen unsere Gärtnerinnen und Gärtner für unsere vielen Laubkomposte. Ein weiterer Teil des Laubs wird als Winterschutz für empfindliche Heilpflanzen verwendet: Tollkirsche (Atropa belladonna), Maiglöckchen (Convallaria majalis) oder auch Salomonsiegel (Polygonatum odoratum) freuen sich über ein eine wärmende Decke in der kalten Jahreszeit. Im Frühjahr wird es dann wieder entfernt, sobald die Pflanzen so weit sind. Wir verwenden das Laub also besonders vielseitig und nachhaltig, denn aus dem Laubkompost entsteht wiederum wertvoller Humus für unsere Jungpflanzen.

Saatgut ernten

Die Samenernte ist eine weitere wichtige Gartenarbeit in unserem Heilpflanzengarten. Im Bild sehen Sie, wie unsere Gärtner die Samen des Sonnenhuts (Echinacea pallida) sammeln. Dazu wird der stachelige Kopf abgeschnitten. Insgesamt stammen übrigens rund 90 % unserer Samen aus eigenem Anbau. So entstehen samenfeste Sorten, die sich, natürlich gezüchtet, besser an die Bedingungen in unserem Heilpflanzengarten anpassen können. So sind wir nicht nur unabhängig, sondern können die Qualität für unsere Heilpflanzen auch besser kontrollieren. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Saatgut verlesen

Beim Verlesen des Saatguts kommt es darauf an, um welches Saatgut es sich handelt – die Arbeit ist von Samenstand zu Samenstand sehr individuell. Aber alle haben eins gemein: Zuvor wurden sie behutsam in trockenen Kisten im Gewächshaus aufbewahrt, damit sie nicht verderben. Im Herbst wird das kostbare Gut dann vorsichtig entnommen. Einige Samen können vorsichtig aus den Ständen herausgedrückt und in einer Emaille-Schüssel gesammelt werden. Anschliessend wird gründlich gesiebt, um nicht benötigtes Pflanzenmaterial zu entfernen. Aber es gibt natürlich auch ein paar Spezialisten.

Bei der Mariendistel (Silybum marianum) werden die Samenstände auf einem Papier ausgebreitet und die Samen behutsam mit Gabeln herausgearbeitet. Beim Sonnenhut (Echinacea pallida) wiederum wird das Saatgut mit Hilfe eines Ventilators sortiert. Wenn alles klappt, fällt das schwere Saatgut herab und kann so gesammelt werden. Eine wirklich aufwendige Arbeit, aber umso schöner, wenn sich unser Kreislaufgedanke vom Einsetzen der Heilpflanze bis hin zur Ernte und zum Verlesen des neuen Saatguts bezahlt macht.

Rückschnitt Staudenbeete

Zu einer weiteren Gartenarbeit im Herbst gehört der Rückschnitt unserer Staudenbeete. Die Pflanzen werden mit einer Sense oder einer Rosenschere bodentief gekürzt. Warum bodentief? Unsere Gärtnerinnen und Gärtner sparen sich durch diesen «radikalen» Schnitt viel Arbeit im Frühjahr. Aber es wäre nicht der WALA Heilpflanzengarten, wenn wir nicht auch bei dieser Arbeit etwas zurückgeben würden: Zum Beispiel achten wir darauf, Pflanzen mit wertvollem Mark im Stängel für die Insekten stehenzulassen – so haben diese eine wertvolle Nahrungsquelle und gleichzeitig einen Unterschlupf in der kalten Jahreszeit. Diese Pflanzen werden übrigens im Frühjahr separat auf einem Kompost gesammelt, damit die Tiere in Ruhe schlüpfen können. Aber auch dekorative Stauden dürfen im Winter stehen bleiben – zu entdecken sind sie rund um unser Laborgebäude.

Beet umgraben

Das Umgraben der Beete bereitet den Boden auf das Einsetzen der Heilpflanzen im Frühjahr vor. Bei Tiefwurzlern, wie der Stockrose (Alcea rosea) ist zum Beispiel ein lockerer, durchlüfteter Boden wichtig – deshalb wird gründlich umgegraben. Im Frühjahr wird der Boden dann nur noch fein gerecht und die Bodenschollen werden verteilt, so ist der Untergrund perfekt vorbereitet. Bei starkem Unkrautbefall oder verdichteter Erde drehen wir die Schollen um – so wird das Unkraut untergegraben und der Boden gelockert.

Diese Heilpflanzen werden im Herbst geerntet

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