Klein, wild, heilsam
WALA Arzneimittel

Klein, wild, heilsam

Ein kleines Wiesenblümchen namens Augentrost (Euphrasia officinalis) ist für uns eine der wichtigsten Heilpflanzen zur Arzneimittelherstellung. Unser Wildsammler findet sie im Schwarzwald und in den Vogesen. Dort, auf kargem Boden und in der rauen Umgebung der Bergwelt, gedeiht die Pflanze am besten.

Gesucht, gefunden

Martin Kienzler ist Wildsammler bei der WALA. Er weiss, wo er den Augentrost suchen muss. Wo sich gute Sammelstellen befinden, wird von erfahrenen Wildsammler:innen an die nächste Generation weitergegeben. Heute ist Martin Kienzler in den französischen Südvogesen unterwegs, um Augentrost (Euphrasia officinalis) für die Herstellung der Euphrasia Einzeldosis-Augentropfen zu sammeln.

Ein steiniger Pfad führt den Berg empor. Wer den Augentrost auf üppigen Wiesen und Weiden sucht, wird enttäuscht. An einem mageren, sonnigen Hang oder einer regelmässig gemähten oder abgeweideten Wiese steigen die Chancen. Denn die Nachbarpflanzen dürfen die kleine Euphrasia nicht überwachsen, sonst rauben sie ihr das Licht und benötigen selbst zu viele Nährstoffe. Der Augentrost ist nämlich ein Halbschmarotzer.

Für die Euphrasia Augentropfen wird die ganze blühende Pflanze gebraucht, inklusive Wurzel.

Die ganze blühende Pflanze

Für die Herstellung der Euphrasia Einzeldosis-Augentropfen wird die ganze blühende Pflanze gebraucht, inklusive Wurzel. Dass die Wurzel mitgeerntet wird, tut dem Bestand keinen Abbruch – der Augentrost ist nämlich einjährig. «Wir ernten nur ausgewachsene Pflanzen», erklärt der Wildsammler und dreht das Pflänzchen vorsichtig zwischen den Fingern.

Der optische Check erfolgt sofort an Ort und Stelle: Hat die Pflanze eine Pilzerkrankung? Welke Blätter? Nur, wenn sie makellos ist, darf sie in den grünen Erntekorb. Volle Körbe bringt er in den Schatten, besprüht die Pflanzen mit Wasser und deckt sie mit weissen Tüchern zu, damit sie frisch bleiben. Es steckt viel Sorgfalt in einer Wildsammlung.

Jede Pflanze wird von Hand verlesen und auf ihrem Weg zur fertigen Urtinktur von erfahrenen Händen begleitet.

Jede Wildsammlung ist kontrolliert

Bevor Martin Kienzler eine Heilpflanze wild sammelt, holt er eine Genehmigung ein. Die Wiesen, auf denen der Augentrost wächst, gehören zumeist den dortigen Gemeinden.

Andere Plätze sind das Eigentum ansässiger Bäuer:innen. «Die freuen sich, wenn wir zum Ernten kommen», erklärt der Wildsammler schmunzelnd. «In Österreich nennt man den Augentrost auch ,Milchdieb‘, weil das Vieh weniger Milch gibt, wenn es zu viel davon frisst.»

Um die Bestände zu schonen, wird nie der gesamte Sammelplatz abgeerntet. So kann sich ein Standort erholen. Das ist wichtig – für die Natur und für die Qualität der Pflanzen.

Verarbeitung bei der WALA

Auf dem schnellsten Weg bringt Martin Kienzler die frisch geerntete Euphrasia zur WALA. Hier setzt sich die Handarbeit fort: Jede einzelne Pflanze wird von Hand verlesen und auf ihrem Weg zur fertigen Urtinktur von erfahrenen Händen begleitet.

Urtinkturen sind wässrige Heilpflanzenauszüge, die durch ein rhythmisches Herstellungsverfahren ohne konservierenden Alkohol haltbar sind. Dr. Rudolf Hauschka hat dieses Verfahren entwickelt, das wir bis heute einsetzen.

Viele Augen brauchen Trost

Die Nachfrage nach Augentropfen steigt, weil immer mehr Menschen an gereizten oder tränenden Augen leiden. Dass der Augentrost beruhigend und regulierend wirkt, legt schon sein Name nahe. Und auch seine Gestalt – das intensiv gefärbte Blütenauge – gibt einen Hinweis auf sein Anwendungsgebiet. Die kleine duftlose Pflanze ist ganz Auge und bietet sich so als Vorbild für das menschliche Auge an.

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