WALA Arzneimittel
Ratgeber Anthroposophische Medizin

Anthroposophische Medizin

Eine heilsame Ergänzung der konventionellen Medizin

Die Anthroposophische Medizin ist eine in der Schweiz eigenständige, gesetzlich anerkannte integrative Therapierichtung, die den Menschen in all seinen Dimensionen betrachtet und behandelt. Sie unterscheidet sich von konventioneller Medizin vor allem dadurch, dass sie nicht nur die Krankheit im Menschen sieht, sondern insbesondere den Menschen in seiner Krankheit.

Jeder Mensch ist einzigartig – auch in seinem Kranksein.

Deshalb kennt die Anthroposophische Medizin keine Standardbehandlung, sondern berücksichtigt die momentane Lebenssituation und die charakteristischen Eigenheiten eines Patienten. Dafür steht ihr eine Vielzahl an Therapieformen und Arzneimitteln zur Verfügung – konventionelle wie anthroposophische.

Ursprünge der Anthroposophischen Medizin

Erst vor rund 100 Jahren wurde die Anthroposophische Medizin von Rudolf Steiner und Ita Wegman begründet. Der visionäre Philosoph und die junge Ärztin erarbeiteten das konzeptionelle Dach und sich daraus ableitende Arzneimittel. Auch der Chemiker Rudolf Hauschka gehört zu den Pionieren der Anthroposophischen Medizin. Von Steiner angeregt, studierte er rhythmische Prozesse und entwickelte 1935 ein einzigartiges Herstellungsverfahren, mit dem sich Heilpflanzenauszüge ohne Zusatz von Alkohol haltbar machen lassen. Die WALA war geboren und mit ihr wurde der Grundstein für einen stetig wachsenden Schatz anthroposophischer Arzneimittel gelegt, den MedizinerInnen, ApothekerInnen, Hebammen/Entbindungspfleger und TherapeutInnen verschiedener Heilberufe heute weltweit nutzen.

Welche Leistungen werden vergütet?

In der Schweiz wurden die Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin 1998 gesetzlich verankert. Seit 1999 ist die Anthroposophische Medizin eine von der Ärztekammer (FMH) anerkannte komplementärmedizinische Methode. Ärztliche Leistungen und die Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin werden von der obligatorischen Krankenpflege­versicherung übernommen. Die Therapeutischen Angebote werden teilweise über die komplementär­medizinischen Zusatzliste gedeckt.

Anthroposophische Medizin – ein ganzheitliches Konzept

Schon der Begriff «Anthroposophie» gibt einen Hinweis auf das Konzept, welches hinter der Anthroposophischen Medizin steckt. Denn «Anthropos» bedeutet Mensch und «Sophia» Weisheit - zusammen ergibt das die Weisheit vom Menschen. Die Anthroposophische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin, die immer Körper, Seele und Geist im Blick hat. Über die umfassende Anregung der Selbstheilungskräfte wird der kranke Mensch zurück in sein persönliches gesundes Gleichgewicht begleitet.

Was ist Gesundheit?

Aus Sicht der Anthroposophischen Medizin bewegt sich ein Mensch zeitlebens zwischen Gesundheit und Krankheit. Beide Polaritäten gehören zusammen. Bei einem Ungleichgewicht versucht sie mithilfe von Arzneimitteln und Therapien die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und so den Menschen zurück in sein Gleichgewicht zu begleiten. Anthroposophische Ärzte achten dabei besonders darauf, welcher Anregungen der individuelle Organismus bedarf, um gesund zu werden. Bei der medikamentösen Therapie gilt stets der Grundsatz: so wenig wie möglich und nur so lange wie nötig.

Ein Besuch beim anthroposophischen Arzt/Ärztin

Anthroposophische Ärzte haben ein komplettes Medizinstudium sowie eine anschliessende Zusatzausbildung in anthroposophisch erweiterter Medizin absolviert. Dies ermöglicht ihnen den Einsatz moderner Diagnostik, Intensivmedizin oder schulmedizinischer Arzneimittel, ergänzt mit Anthroposophischen Arzneimitteln und Therapien. Dazu gehören kunst- und bewegungstherapeutische Angebote, Musik- und Gesangstherapie, äussere Anwendungen wie Wickel und Bäder, Sprachgestaltung oder Biografiearbeit.

Anthroposophische Ärzte betrachten den Menschen von Kopf bis Fuss. Dabei achten sie auf individuelle Charakteristika des Patienten wie Körpersprache und Mimik.

Sie fühlen, ob Haut und Gliedmassen warm oder kalt sind, feucht oder trocken, sie tasten und horchen den Körper ab. Sie hören zu, wie der Patient selbst sein Befinden und seine seelische Stimmungslage einschätzt, wie stark sein Lebenswille ist – sowohl aktuell als auch im Rahmen seiner Biografie.

Die medikamentöse Behandlung, die der Arzt/Ärztin verschreibt, beruht unter anderem auf der Gabe von anthroposophischen Arzneimitteln auf Basis von Natursubstanzen. Es werden Mittel gegeben, die sich an den individuellen Besonderheiten des Patienten orientieren. Dabei handelt es sich um Medikamente, die die Eigenaktivität des Organismus, seine Selbstheilungskräfte, anregen.

Welche Mittel der Arzt/Ärztin wählt, richtet sich nach folgenden Faktoren:

  • Art und Verlauf der Erkrankung
  • Symptome
  • Beschwerden
  • Krankheitsdauer
  • Kräftezustand
  • Alter

Neben einer medikamentösen Behandlung kann sich der Arzt/Ärztin zusätzlich für eine begleitende Therapie entscheiden. Ihr Vorteil: Der Patient arbeitet aktiv an seiner Krankheit.

Adressen anthroposophischer Ärzte und Spitäler finden Sie hier:
Anthroposophische Ärzte und Spitäler

Anthroposophische Therapien

Bei den Anthroposophischen Therapieformen steht der Mensch in all seinen Dimensionen im Mittelpunkt. Ziel ist es, dem Patienten dabei zu helfen, zurück zu seinem gesunden Gleichgewicht zu finden. Menschen sind individuelle und komplexe Wesen, weshalb es oft sinnvoll ist, eine medikamentöse Behandlung mit ausgewählten Therapieformen zu ergänzen.

Ein Patient besteht nicht nur aus dem physischen Leib.

Gerade in schwierigen Lebensphasen ist es wichtig, den Menschen als Gesamtheit all seiner Wesensglieder zu betrachten. Wer schon einmal eine Krankheit überstanden hat, weiss wie stark physische Beeinträchtigungen auch das psychische Wohlbefinden beeinflussen können.

Malen, Tanzen und Sprechen um gesund zu werden?

Nicht ausschliesslich, aber als Ergänzung! Denn Anthroposophische Therapien fangen genau die Lebensbereiche auf, die sonst oft nicht angesprochen werden. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt und Patienten finden nachhaltig zurück in ihr Gleichgewicht.

Hier finden Sie Anthroposophische TherapeutInnen in der Schweiz.

Therapeutisches Zeichnen, Malen oder Gestalten

Bei allen künstlerischen Therapien geht es darum, sein Inneres gestalterisch auszudrücken. Dabei spielt es keine Rolle, wie talentiert Sie mit Farbe und Stift umgehen. Ziel ist es, mithilfe eines Therapeuten über den kreativen Prozess Zugang zu Ihrem Inneren zu finden.

Wenn Sie Bilder und Gefühle mit Pinsel oder Stift wiedergeben, werden Sie merken, dass Sie dabei ähnlich vorgehen wie in anderen Lebensbereichen. Sind Sie der strukturierte Typ? Dann werden Sie vermutlich auch bei gestalterischen Aufgaben überlegt vorgehen und sich beispielsweise von oben nach unten vorarbeiten oder sogar Werkzeuge wie Lineal und Zirkel zur Hilfe nehmen. Solche Erkenntnisse über persönliche Verhaltensmuster können für die Therapie sehr aufschlussreich sein.

Der gestalterische Vorgang kann Ihnen auch dabei helfen, Gefühle und Stimmungen, für die Sie bisher keine Worte gefunden haben, die Ihnen allenfalls auch gar nicht bewusst waren, an die Oberfläche zu tragen. Täglich werden Sie mit Informationen überflutet.

Viele Eindrücke, die Sie über den Tag sammeln, nehmen Sie nur unbewusst wahr. Das menschliche Gehirn filtert ständig nur das Wesentliche heraus. So wird beispielsweise Unangenehmes gerne unterdrückt, damit man sich auf die vermeintlich wichtigen Dinge, wie die Arbeit, konzentrieren kann.

Durch das Malen und Zeichnen können Sie die unterdrückten Informationen verdichten und verarbeiten. Nicht selten sind es sogar schon lange zurückliegende Ereignisse, die einen Tag ein Tag aus unbewusst belasten. Irgendwann kann der ganze Organismus aus dem Gleichgewicht fallen und Sie werden krank.

Musik und Gesang

Musik berührt Menschen, das hat wohl jeder schon einmal erlebt. So vermag es ein Song Sie gedanklich in eine andere Zeit zurück zu versetzen oder gar Gänsehaut auszulösen.
Musik wirkt auf uns. Das geht sogar so weit, dass sich Herzschlag und Atem dem Rhythmus der Musik anpassen. Genau diese Wirkung macht sich die Musik- und Gesangstherapie zu Nutze.

Es gibt zwei Therapieformen, die Aktive und die Passive. Bei der aktiven Musiktherapie musizieren Sie alleine oder im Dialog mit Ihrem Therapeuten. Der Therapeut entscheidet aufgrund von Krankheitsbild und Persönlichkeit, ob der Patient sich an Regeln halten muss oder einfach loslegen soll.
Bei der passiven Form lauschen Sie gemeinsam mit dem Betreuer Melodien, Rhythmen oder einzelnen Tönen. Durch die Schallwellen, die sich im Raum ausbreiten, werden Ihre Vitalfunktionen angeregt und Sie schulen Ihre rhythmischen Fähigkeiten.

Je nach Patient und Krankheitsbild kann es auch sinnvoll sein, in einer Gruppe zu musizieren. Denn Musik bietet ein gutes Mittel zur Kontaktaufnahme und Kommunikation. Gemeinsames Musizieren wirkt wie ein Lebenselixier: Es lässt ein Gemeinschaftsgefühl entstehen und hilft dabei abzuschalten und Kraft zu schöpfen.

Lesen Sie hier mehr über die heilsame Wirkung der Gesangstherapie.

Heileurythmie

Bei dieser Therapieform ist Ihr Körper das Instrument. Den verschiedenen Buchstaben werden spezielle Gesten, welche Sie gebärden, zugeordnet. Die Bewegung, als Bindeglied zwischen dem Physischen und dem Geistigen, spricht einzelne Organe ganz direkt an und bringt deren Funktionen in Schwung. Ihre Vitalkräfte werden angeregt. Das Kräfteverhältnis zwischen Körper, biologischen Abläufen, Selbstwahrnehmung und Geist wird ausgeglichen. So kann die Heileurythmie sowohl bei Problemen der Beweglichkeit oder des Gleichgewichts, als auch bei Stoffwechselstörungen, Erkrankungen einzelner Organe, bei seelischen Leiden oder Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt werden.

Biografiearbeit

Betrachtet man eine Biografie, erkennt man meist Strukturen und Verhaltensmuster, die sich wiederholen. Entweder entsteht das Bedürfnis diese Muster aufzubrechen von innen, weil Sie einfach nicht mehr so weiter machen wollen, oder von aussen, weil beispielsweise eine Erkrankung gewisse Veränderungen mit sich bringt.

Wandel wird stets von Ungewissheit begleitet. Sie müssen oder wollen Gewohnheiten ändern und sich bewusst mit gewissen Themen auseinandersetzen.

Bei der Biografiearbeit können Sie mit der Unterstützung Ihres Therapeuten/Therapeutin Antworten auf offene Fragen erarbeiten. Es ist wichtig, sich aktiv mit der Veränderung auseinanderzusetzen, um diese zu akzeptieren und zum Beispiel auch die positiven Aspekte eines Unglücks zu erkennen. Viele zögern, sich dabei unterstützen zu lassen und wollen alleine klar kommen. Doch Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, lassen Sie sich begleiten einen neuen Rhythmus zu finden.

Sprachgestaltung

Kann Sprache heilen? Vielleicht stellen Sie sich gerade diese Frage. Viele Menschen reagieren erstaunt, wenn sie das erste Mal mit Therapeutischer Sprachgestaltung in Berührung kommen. Dabei bietet diese Therapieform viele Möglichkeiten: Die Sprache ist nicht bloss ein Instrument der Information und Kommunikation, sie ist eines der wichtigsten menschlichen Ausdrucksformen und spiegelt Ihre Individualität wider. Ihre Wirkung auf andere ist stark von Ihrer Stimme, Ihrer Aussprache und Ihrer Haltung abhängig.

Ihr Atem fliesst hörbar durch Ihre Stimme, der Mensch ist also beim Sprechen in der Lage, seine Gefühle, Gedanken und Intentionen zu „veratmen“. In der Therapie lernen Sie durch das „Veratmen“ loszulassen und zu verarbeiten, wodurch Sie Ihre Seele entgiften können.

Häufige Fragen zur anthroposophischen Medizin:

Sind anthroposophische Ärzte richtige Ärzte?

Ja. Jeder anthroposophischer Arzt/Ärztin durchläuft eine schulmedizinische Ausbildung: Er/Sie absolviert ein Studium in Humanmedizin und erwirbt an der Universität ein eidgenössisches Arztdiplom als Voraussetzung, um eine Weiterbildung zum Facharzt/-ärztin zu beginnen. Der Facharzttitel ist eine der Voraussetzungen, um später eine selbständige Praxistätigkeit aufnehmen zu können. Zusätzlich zur Facharzausbildung schliesst ein anthroposophischer Arzt/Ärztin eine mindestens zweijährige Weiterbildung in den spezifischen Schwerpunkten der Anthroposophischen Medizin ab.

Lehnen anthroposophische Ärzte die Schulmedizin ab?

Keinesfalls: Die Anthroposophische Medizin steht auf der naturwissenschaftlichen Basis der konventionellen Medizin, geht dann aber noch einen ergänzenden Schritt weiter. Das heisst: Die Anthroposophische Medizin setzt alles ein, was die naturwissenschaftliche Forschung an nützlichen Erkenntnissen bereithält – von der Medizintechnik über Laborkontrollen bis hin zur Intensivmedizin. Darüber hinaus geht sie auf die Persönlichkeit des Menschen ein.

Homöopathie und anthroposophische Medizin – ist das nicht dasselbe?

Teilweise bedienen sich beide zwar der gleichen Arzneimittel, dennoch unterscheiden sie sich in ihrer Wahl: Während die Homöopathie die Wechselwirkungen der Symptome betrachtet und Krankheiten durch Arzneimittel heilt, die dem Erkrankungsbild ähnlich sind (Simile-Prinzip), arbeitet die Anthroposophische Medizin Heilkräfte aus den Naturreichen (Mineral-, Pflanzen- und Tierreich) heraus, die bei der Genesung helfen.

Anthroposophische Arzneimittel

Durch anthroposophische Arzneimittel erweitern sich die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten für Ärzte und Patienten. Es sind vielfältige Präparate, für die mineralische, tierische und pflanzliche Substanzen verarbeitet werden – zum Beispiel Gold, Biene oder Spitzwegerich. Einige Inhaltsstoffe finden auch in der Homöopathie und der Phytotherapie Verwendung. Das Besondere an anthroposophischen Arzneimitteln ist die Auswahl der Wirksubstanzen, ihre Aufbereitung und Komposition. So erhalten sie eine einzigartige Qualität.

Was für ein Schatz

Die WALA stellt 900 anthroposophische Arzneimittel für nahezu jede Indikation und Lebensphase her. Davon sind heute in der Schweiz rund 400 verschiedene Arzneimittel für die Behandlung von akuten und chronischen Krankheiten erhältlich. Mehr als 90% der WALA Arzneimittel werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) übernommen.

Die Auswahl der Wirksubstanzen

Die Wirksubstanzen bilden den Grundstein für das entstehende Arzneimittel – deshalb ist ihre Qualität so entscheidend. Sie umfasst viele Facetten, u. a. die Herkunft, die Reinheit, die Vitalität und das Wesen einer Substanz. Die WALA verarbeitet, wann immer verfügbar, Pflanzen aus biologisch-dynamischem Anbau oder kontrollierter Wildsammlung. Darüber hinaus bestimmt die jeweilige Rezeptur, ob eine Pflanze in Gänze verarbeitet wird (planta tota) oder ob nur Teile von ihr, etwa die Blüten, die Samen oder die Wurzel, Verwendung finden. Bei Mineralien werden Faktoren wie die Bedingungen bei der Gewinnung oder Begleitgesteine berücksichtigt.

Was die Pflanze sagt

Die Gestalt einer Pflanze, ihr Duft, ihr Geschmack wie auch die Orte und Zeiten, zu denen sie wächst oder Früchte trägt, liefern Hinweise auf ihre Wirkung.

Das Wesen der Schlehe als Beispiel

Sie kann mit äusseren Herausforderungen umgehen wie keine andere: Bereits im ausklingenden Winter, wenn die Temperaturen noch sehr niedrig sind und teils noch Schnee liegt, trägt die Schlehe ihre Blüten. Ihre Früchte wiederum reifen erst ganz spät im Jahr und sind erst nach dem ersten Nachtfrost geniessbar. „Diese Eigenart weist auf ihr heilendes Potenzial hin und macht sie für uns interessant“, erläutert Annette Greco, Leiterin der Galenischen Entwicklung bei der WALA. Auch die Dornen an den dichten, nahezu undurchdringlichen Ästen der Schlehe geben den Entwicklern wertvolle Hinweise: Dornen sind gestauchte, zurückgehaltene Seitenäste. Sie zentrieren und konzentrieren die Kraft der Pflanze. Diese Eigenschaft, ihre Kräfte zu bündeln und zu speichern, ermöglicht der Schlehe das frühe Blühen und qualifiziert sie als Heilpflanze, wenn es um die Stärkung eines Menschen, zum Beispiel nach einer langen Krankheit, geht.

Die Aufbereitung

Die natürlichen Ausgangsstoffe können ganz unterschiedlich bearbeitet werden: Mineralien lassen sich mechanisch zerkleinern, ätherische Öle werden destilliert, Pflanzen werden abgekocht oder in warmem Öl verarbeitet, um nur einige Beispiele zu nennen. Die WALA setzt zudem ein spezielles rhythmisches Verfahren ein, um wässrige Auszüge – so genannte Urtinkturen – aus Heilpflanzen zu gewinnen. Diese Urtinkturen entfalten ihre Wirkung in ganz unterschiedlichen Rezepturen und Darreichungsformen. Aus dem Hause WALA erhalten Sie sowohl Arzneimittel für die innere Anwendung – wie Globuli, Zäpfchen oder Injektionen – als auch Salben, Öle, Essenzen u. a. für die äussere Anwendung.

Heilkräfte der Natur erschliessen
„Die aus der Natur entnommene Substanz trägt alle Qualitäten in sich, die zu einem Heilmittel werden können. Dieses Potenzial muss jedoch durch den Menschen für den Menschen im pharmazeutischen Prozess aufgegriffen und fokussiert werden. Die Natur liefert daher keine Heilmittel, sondern nur Möglichkeiten. Der Mensch formt daraus ein Heilmittel. Er gestaltet die Brücke zwischen Natur und Mensch.“

Annette Greco, Leitung Galenische Entwicklung bei der WALA

Die Komposition

Typisch für anthroposophische Arzneimittel sind Präparate, die mehrere Wirksubstanzen zu einer Komposition zusammenfügen – ein „comp.“ in der Produktbezeichnung weist darauf hin. Dabei ist die Komposition immer mehr als die Summe der Einzelbestandteile. Mit ihr entsteht eine neue arzneiliche Ganzheit, die einer Erkrankung vielschichtig und menschengerecht begegnen kann. So wird ein Mensch individuell und in seiner Gesamtheit – körperlich, seelisch und geistig – angesprochen.

WALA Pulmonium Hustensaft als Beispiel

Ganz unterschiedliche Wirksubstanzen verbinden sich in dieser Komposition: Spitzwegerich (Plantago lanceolata), als wässriger Auszug, der festsitzenden Schleim löst, ergänzt durch Fichtenspitzen (Picea abies), die den Hustenreiz lindern. Erst die krampflösende Pestwurz (Petasites hybridus) vollendet die Komposition, mit der jede Art von Husten umfassend gelöst und therapiert werden kann.

Anthroposophische Arzneimittel erhalten durch die Auswahl, Verarbeitung und Komposition der Wirksubstanzen ihre unverwechselbare Biografie.

Was heisst eigentlich …

… integrative Medizin?

Integrative Medizin betrachtet alle Einflüsse und Zusammenhänge im Bereich der Gesundheit des Menschen. Ziel ist es, medizinische Fachrichtungen und Heilmethoden als Komponenten eines Gesamtkonzeptes zur Genesung zusammenzuführen.

… homöopathisch hergestellt?

Homöopathische Arzneimittel werden stufenweise verdünnt (Potenzierung) und nach jeder Verdünnung verrieben oder verschüttelt. Erst dadurch wird die Kraft der Substanzen in vollem Masse freigesetzt.

… innere und äussere Aktivität?

In der Anthroposophischen Medizin setzt sich der Mensch nicht nur mittels Medikamenten mit seiner Krankheit auseinander (äusserlich). Er soll auch auf einer seelischen und geistigen Ebene das Ungleichgewicht seines Körpers erkennen, verstehen und mithilfe einer anthroposophischen Therapie wieder ins Gleichgewicht zurückführen.