WALA Arzneimittel
Einzigartige Herstellung

Einzigartige Herstellung

Seit Gründung der WALA zeichnet uns ein rhythmisches Verfahren aus, mit dem wir wässrige Pflanzenauszüge ohne den Zusatz von Alkohol herstellen. Warum Rhythmen für uns so bedeutsam sind, lesen Sie hier.

Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) aus dem eigenen Heilpflanzengarten
Wässrige Heilpflanzenauszüge entstehen durch ein einzigartiges rhythmisches Verfahren, zu dem die Veraschung der Pflanzenrückstände gehört.
Ölauszüge aus getrockneten Heilpflanzen ergänzen unsere medizinischen Öle und Bäder.

Mit der gleichen Sorgfalt, mit der wir unsere natürlichen Ausgangsubstanzen gewinnen, verarbeiten wir sie auch. Viel Handarbeit gehört dazu und die Frage, wie sich die Heilkräfte einer Substanz für die jeweilige Rezeptur am besten erschliessen lassen. Wir setzen sowohl homöopathische als auch klassisch pharmazeutische Prozesse ein. Einzigartig für die WALA ist ein rhythmisches Verfahren, das Dr. Rudolf Hauschka entwickelt hat und das wir bis heute anwenden.

„Studieren Sie die Rhythmen, Rhythmus trägt Leben.“

Dr. Rudolf Steiner an Dr. Rudolf Hauschka

Dr. Hauschkas Entdeckung: wässrige Heilpflanzenauszüge

Könnte man Heilpflanzenauszüge auch ohne die konservierende Kraft von Alkohol herstellen und haltbar machen? An dieser Aufgabe forschte Dr. Rudolf Hauschka (1891-1969) als junger Chemiker in den 1920er Jahren. Und tatsächlich gelang es ihm. Inspiriert durch Gespräche mit Dr. Rudolf Steiner (1861-1925) liess er polare Wechsel von Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte sowie Bewegung und Ruhe in sein Herstellungsverfahren einfliessen – die Rhythmen des Lebens zur natürlichen Konservierung. Bis heute stellen wir unsere wässrigen Heilpflanzenauszüge, wir nennen sie Urtinkturen, nach diesem rhythmischen Grundverfahren her. In unserem Namen klingt es seit der Firmengründung 1935 an: WALA steht für Wärme - Asche - Licht - Asche.

Zur Herstellung der Urtinkturen gehört, die frisch geernteten Heilpflanzen in Mörsern feinst zu zerkleinern.
Dr. Rudolf Hauschka (1891-1969)

Es ist typisch für WALA, Handarbeit mit präziser Technik, natürliche Rhythmen mit automatisierten Anlagen zu verbinden. Dr. Rudolf Hauschka hat es vorgemacht: Er war mit der gleichen Hingabe Chemiker und Naturbeobachter. Nur so konnte er ein Verfahren entwickeln, Heilpflanzenauszüge auch ohne Alkohol haltbar zu machen. Ein Verfahren, das Handarbeit und natürliche Rhythmen einsetzt und eingebettet ist in moderne Herstellungsprozesse.

Die Ausgangssubstanzen für WALA Arzneimittel

Nicht nur die Auswahl der natürlichen Substanzen, sondern auch ihre Qualität hat entscheidenden Einfluss auf jedes unserer Arzneimittel. Wir prüfen deshalb u.a. ihre Herkunft, Reinheit oder bei Pflanzen die Vitalität. Wann immer verfügbar, verarbeiten wir Pflanzen aus biologisch-dynamischem Anbau oder kontrollierter Wildsammlung und berücksichtigen bei Mineralien Faktoren wie die Bedingungen bei der Gewinnung oder Begleitgesteine. In unserem eigenen Heilpflanzengarten können wir rund 150 Heilpflanzen von der Aussaat bis zur Ernte begleiten. Wir tun das mit besonderer Hingabe, indem wir jeder Pflanzenkultur einen Betreuer zuteilen. Den Borretsch (Borago officinalis) betreut zum Beispiel Bernhard Ehrmann, Leiter unseres Heilpflanzengartens.

Die Reise der Blauen Sterne
Besuchen Sie Bernhard Ehrmann im WALA Heilpflanzengarten

Die Reise der Blauen Sterne

Zarte Blüten über kräftig-grünem Kraut: Der Borretsch ist ein faszinierendes Gewächs. Im WALA Heilpflanzengarten durften wir erleben, wie er kultiviert und geerntet wird, welche Heilkräfte er in sich trägt und auf welch besondere Weise die WALA Gärtner mit ihm umgehen.

Die Nacht vor der Ernte ist kurz. Ungewohnt früh, um 4.30 Uhr, klingelt der Wecker. Um 5.30 Uhr stehen wir bereits im WALA Heilpflanzengarten vor dem Borretsch-Feld. In den zarten blauen Blüten hängt Tau; es duftet nach feuchtem Gras und Kräutern. Die Vögel geben ein vielstimmiges Konzert und die Sonne steigt gerade rotglühend über die Gartenhecke. Keine Frage – die Stimmung in diesen frühen Morgenstunden ist eine ganz besondere. Friedlich, ruhig, meditativ. Und trotzdem. „Warum muss die Ernte so früh beginnen?“, fragen wir Bernhard Ehrmann, Leiter des WALA Heilpflanzengartens. Er schmunzelt, als er in unsere verschlafenen Gesichter blickt. „Zum einen werden die Pflanzen sofort nach der Ernte verarbeitet. Noch vor 11 Uhr müssen sie zerkleinert und in Tontöpfen angesetzt worden sein. Dafür brauchen die Kollegen vom Essenzbetrieb ausreichend Zeit. Zum anderen kommen die Pflanzen gestärkt aus der Nacht hervor, sind ausgeruht und geordnet. Genau in diesem Zustand wollen wir sie nutzen.“

Für die WALA Gärtner ist ein früher Arbeitsstart also Alltag. Meist beginnen sie zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Ins Bett geht Bernhard Ehrmann deshalb oft schon gegen 21 Uhr. „Zeitgleich mit meinen Kindern“, bekennt er lachend. Die Pflanzen bestimmen seinen Terminplan und auch die Arbeitseinsätze der Gärtner übers ganze Jahr. Genauso wie das Wetter. Sowohl zu viel als zu wenig Regen wirken sich auf das Wachstum aus.

Der Termin für die Borretsch-Ernte wurde deshalb einige Male verlegt – schliesslich soll die Pflanze für die Ernte in voller Kraft und Blüte stehen. Um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, braucht es Fingerspitzengefühl, eine genaue Beobachtungsgabe und viel Erfahrung. Doch nun ist es soweit. Die Mitarbeiter machen sich bereit, tragen grosse, geflochtene Weidenkörbe zum Feld und verteilen an jeden Helfer eine Ernteschere. Insgesamt sechs Gärtner und ein Lehrling arbeiten im WALA Heilpflanzengarten. Diesen Sommer bekommen sie ausserdem Unterstützung von drei Aushilfskräften. Heute leitet Bernhard Ehrmann die Ernte. Bei jedem Einsatz gibt es einen Ernteleiter, der meist auch der zuständige Pflanzenbetreuer ist. „Unser Garten ist in Bereiche aufgeteilt“, erklärt der WALA-Gärtner Joscha Huter. „Jede Pflanzenkultur hat ihren Betreuer, der sich intensiv um sie kümmert und vom Pflanzen übers Jäten bis hin zur Ernte eine besondere Beziehung zu ihr aufbaut.“ Der Borretsch (Borago officinalis) ist Bernhard Ehrmanns Schutzbefohlener.

„Wir schneiden oberhalb der zweiten Blattachsel“, instruiert Ehrmann seine Mitarbeiter, „damit der Borretsch noch ein zweites Mal austreiben kann.“ Pharmazeutisch wird ein zweiter Austrieb zwar nicht mehr verwertet, kommt aber den WALA-eigenen Bienen als Futter zugute. Auf das ökologische Gleichgewicht zwischen Pflanze, Tier und Mensch achten die Gärtner sorgfältig, denn im WALA Garten wird nach den Grundsätzen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft gearbeitet.

Frisch geernteter Borretsch (Borago officinalis) im Erntekorb
Die Erntescheren machen ein sattes Geräusch, wenn sie die saftig-fleischigen Stängel des Borretsch durchtrennen.

Konzentriert geht die Truppe ans Werk. Manche tragen Handschuhe – die feinen Härchen des Borretschkrautes können die Haut reizen. Jeder erhält einen Erntekorb und nimmt sich eine Pflanzenreihe vor. Aufmerksam betrachten die Gärtner jedes einzelne Büschel. Verschmutzte oder kranke Blätter entfernen sie gleich an Ort und Stelle. Geerntet wird übrigens das blühende Kraut; „herba“ lautet der pharmazeutische Fachbegriff dafür. Die Erntescheren machen ein sattes Geräusch, wenn sie die saftig-fleischigen Stängel der Pflanzen durchtrennen. „Borretsch ist Wasser pur“, erklärt Bernhard Ehrmann. „Beim Abschneiden sprudelt die Flüssigkeit richtig nach.“ Ein leichter Geruch nach Gurke liegt in der Luft und erinnert an einen weiteren Namen des Borretsch’: „Gurkenkraut“. Binnen kurzer Zeit ist das Feld zu zwei Dritteln leergeräumt. „Das genügt, jetzt gehen wir erstmal wiegen“, beschliesst der Gartenleiter. 80 Kilo Pflanzenmasse waren vom Essenzbetrieb bestellt worden. Und tatsächlich befinden sich bereits 103 Kilo Borretsch in den 14 Erntekörben. Das ist mehr als genug. Und so darf das letzte Drittel der Pflanzen auf dem Feld stehenbleiben – zur Freude der Bienen.

Nun füllt Bernhard Ehrmann das Ernteprotokoll aus. Pflanzenbezeichnung, Datum, Uhrzeit, geerntete Menge und Chargennummer – schliesslich muss alles seine Ordnung haben. Nur wenige Meter vom WALA Heilpflanzengarten entfernt liefern wir unseren Borretsch beim Wareneingang ab, wo die Mitarbeiter des Essenzbetriebes das Erntegut übernehmen und sofort zur Verarbeitung bringen. Wir schauen auf die Uhr – es ist gerade erst sieben. Zeit genug „die heilende, kosmische Energie der Morgenstunden für die Weiterverarbeitung zu nutzen“, wie Walter Janetschek vom Essenzbetrieb erläutert.

Borretsch (Borago officinalis)

Die Gewürz- und Heilpflanze Borretsch wird bis zu 70 Zentimeter hoch und ist an Stängeln und Blättern borstig behaart. Die kräftigen, dunkelgrünen Blätter sind lanzett- bis eiförmig. Von Juni bis August trägt die Pflanze leuchtend blaue fünfzählige Blüten. Sie sind anfangs rosa und färben sich erst später durch die Änderung des pH-Wertes blau. Der Borretsch wird auch Gurkenkraut, Augenzier oder – ganz poetisch – Blauhimmelstern genannt. Er enthält Gerbstoffe, Kieselsäure, Schleimstoffe, Flavonoide und wirkt zusammenziehend (adstringierend), entzündungshemmend, wundheilungsfördernd sowie venentonisierend.

Von der Ausgangssubstanz zu Urtinkturen, Essenzen und mehr

Je nach Rezeptur wählen wir auch die Art der Aufbereitung: Ob wir pressen, kochen, mörsern, wässrige oder ölige Auszüge ansetzen, hängt allein davon ab, wie sich die Heilkräfte einer Substanz am besten erschliessen lassen. Fast immer spielen rhythmische Prozesse eine wichtige Rolle bei der Aufbereitung. Zum Beispiel, wenn wir die wässrigen Auszüge in unserem Pflanzenlabor herstellen, das gleich neben dem Heilpflanzengarten liegt. Hier werden die frisch geernteten Heilpflanzen von Hand gereinigt, verlesen und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Je nach Rezeptur verwenden wir eine Pflanze in Gänze (planta tota) oder nur Teile von ihr – wie etwa die Blüten, die Blätter und Stängel, die Samen oder die Wurzel. Immer sind wir mit all unseren Sinnen und erfahrenen Händen bei der Arbeit.

Die Verarbeitung
Begleiten Sie uns in das Pflanzenlabor der WALA

Mit den Polaritäten arbeiten
Im Pflanzenlabor der WALA

„Die Arbeit im Pflanzenlabor der WALA ähnelt in gewisser Weise der eines Musikers: Erst durch ständige Wiederholung erlangt man Übung – und dadurch eine gewisse Befriedigung.“ Ernst Selinger wusste, wovon er sprach: Mehr als 25 Jahren leitete er das Pflanzenlabor der WALA in Eckwälden.

Heute hat die WALA neben dem ursprünglichen Pflanzenlabor in Eckwälden einen zweiten Standort in Rosenfeld aufgebaut, 100 Kilometer südwestlich vom Stammsitz der WALA. Christian Reichle in Rosenfeld und Stefan Hirschberger in Eckwälden haben die Leitungen der beiden Labore übernommen. Über das Jahr verteilt stellen die Mitarbeiter rund 150 verschiedene Urtinkturen aus 118 Heilpflanzenarten her: In sorgfältiger Handarbeit verlesen sie Wurzeln, Blätter, Stängel, Früchte und Samen, säubern diese und zerkleinern sie bis ins Feinste. In Wasser verrührt, durchläuft die Pflanze einen rhythmischen Prozess, der insgesamt sieben Tage dauert. Polaritäten wie Licht und Dunkelheit, Ruhe und Bewegung, Wärme und Kälte wirken auf die Pflanze ein. Die so nach Vorschrift des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) gewonnene Urtinktur ist ohne Zusatz von Alkohol haltbar. Sie ruht mindestens ein halbes Jahr, bevor sie für WALA Arzneimittel weiterverarbeitet wird.

In sorgfältiger Handarbeit zerkleinern die Pflanzenlaboranten die frisch geernteten Heilpflanzen: im ersten Schritt mit dem Messer, im zweiten Schritt mit dem Mörser.

Jede Pflanze hat ihren eigenen „Charakter“

In den Pflanzenlaboren treffen zwei Qualitäten aufeinander, die die Arbeit prägen: auf der einen Seite der gleich bleibende Verarbeitungsrhythmus, eingebettet in den natürlichen Rhythmus des Sonnenlaufs, auf der anderen Seite die unterschiedlichen Eigenarten der Pflanzen sowie die Individualität der Mitarbeiter. „Die Arbeitsschritte sind im Prinzip immer die gleichen– und sie müssen präzise und sorgfältig durchgeführt werden, damit die Urtinktur gelingen kann. Trotzdem verläuft die Arbeit im Pflanzenlabor nicht nach Schema F. Denn jede Pflanze bringt ihre Eigenheit mit. Und jede unterscheidet sich dadurch in der Verarbeitung“, erläutert Stefan Hirschberger.

Gemeinsinn

Im Labor in Eckwälden sind etwa 20, in Rosenfeld 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern beschäftigt - darunter Landwirtschaft, Biologie, Chemie und soziale Bereiche. Persönlichkeiten mit verschiedenen Ausbildungen, die jedoch alle das mitbringen, was für die Herstellung der Pflanzenauszüge nach dem Verfahren der WALA unbedingt nötig ist: das Interesse an der Pflanze und Gemeinsinn.

Abwechselnd übernehmen die Mitarbeitenden den Morgen- und den Abenddienst. Eine Stunde vor Sonnenaufgang öffnet der Morgendienst die dunklen Wärmeschränke, in denen die Pflanzenansätze bei einer Temperatur von 37 °C stehen. Er stellt die Ansätze ins dämmernde Morgenlicht, kühlt sie mit Eiswasser und rührt sie gut. Eine Stunde nach Sonnenaufgang stellt der Morgendienst die Ansätze wieder in die Wärmeschränke: Dort bleiben sie, bis der Abenddienst sie kurz vor Sonnenuntergang wieder herausholt, kühlt und rührt. Erst nach dreieinhalb Tagen wird der Pflanzenansatz abgepresst. Ein Teil des Pflanzenrückstands wird zum Trocknen ausgelegt und später verascht. Ein zweiter Filtrationsschritt und das Abfüllen in Flaschen erfolgt nach weiteren dreieinhalb Tagen. Zu diesem Zeitpunkt wird auch eine genau abgewogene Menge der hergestellten Pflanzenasche zugefügt.

„Im Sommer, wenn die Sonne sehr früh aufgeht, ist für den Morgendienst oft schon mittags der Arbeitstag zu Ende. So prägt auch der Jahreslauf die Arbeit in den Pflanzenlaboren“, erklärt Stefan Hirschberger.

Hinter der gesamten Verarbeitung steht eine diffizile Planung. Die frischen Heilpflanzen müssen im richtigen Entwicklungsstadium sein. Und manche Prozesse wie Reifung oder Aufblühen sind schlecht vorherzusehen, da sie von der Witterung abhängen. Eine genaue Beobachtung und schnelles Reagieren sind hier gefragt. Hier arbeiten Mensch und Natur eben im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand.

Was ist eine Urtinktur

Eine WALA-Urtinktur ist ein wässriger Pflanzenauszug, den wir in einem rhythmischen Verfahren gewinnen: Frisch geerntete und von Hand zerkleinerte Pflanzenteile werden fein zerstossen und in Wasser verrührt. Dieser Ansatz wird sieben Tage lang Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Ruhe und Bewegung in einem rhythmischen Wechsel ausgesetzt. Die so gewonnene Urtinktur reift über viele Monate, bevor wir sie potenzieren oder direkt zu einem Arzneimittel weiter verarbeiten.

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Was ist ein Presssaft

Für einen Presssaft verarbeiten wir die frischen oberirdischen Teile einer Pflanze zu einem Saft, der anschliessend geklärt und stabilisiert wird. Er enthält die ganze Kraft der Pflanze.

Was ist ein Ölauszug?

Auch mit einem Ölauszug lassen sich arzneilich wirksame Stoffe aus Pflanzen gewinnen. Sie erhalten dabei einen Wärmeimpuls, der die wärmende Qualität einer Pflanze betont. Bei der WALA erwärmen wir das Auszugsöl auf 37 °C, so dass es die Heilkräfte einer Pflanze bei der Körpertemperatur des Menschen aufnehmen kann, und begleiten den sieben Tage dauernden Prozess mit einem rhythmischen Wechsel von Ruhe und Bewegung.

Was ist ein Dekokt?

Ein Dekokt ist eine Abkochung. Er wird immer frisch zubereitet und erst im Anschluss mit den anderen Wirksubstanzen – wie beispielsweise mit Auszügen aus Brechnuss, Löwenzahn und Wermut – vereint. Für die Herstellung unserer Globuli velati verarbeiten wir die Heilpflanzen-Komposition in einem Zuckersirup, der sich unter Wärme und ständiger Bewegung der Globuli auftragen lässt. Wenn das Wasser verdampft, bleibt eine dünne, gleichmässige Schicht mit den Wirksubstanzen auf jedem Globulus zurück.

Was ist eine Essenz?

Für eine Essenz versetzen wir in der Regel zerkleinerte Frischpflanzen – zum Beispiel Arnika – mit einem kühlen Wasser-Ethanol-Gemisch. Dieser Ansatz wird über 7 Tage immer zu Sonnenauf- und Sonnenuntergang dem Licht ausgesetzt und gerührt. Mit der fertigen Arnika-Essenz tränken wir zum Beispiel unsere WALA Arnika Kompressen, die – einzeln verpackt – überall dabei und im Notfall schnell zur Hand sind.

„Das Potenzial der Natur wird vom Menschen durch Erkenntnis, Hand und Herz zum Arzneimittel geführt. Die Betrachtung des pharmazeutischen Prozesses ist daher ein ganz wesentlicher Aspekt für das Verständnis anthroposophischer Arzneimittel.“

Annette Greco, Leiterin Galenische Entwicklung

Die Herstellung einer Arzneimittelkomposition

Unsere Urtinkturen und Auszüge, Abkochungen und Säfte sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – noch nicht das fertige Arzneimittel. Sie werden vielmehr weiter verarbeitet, zum Beispiel homöopathisch potenziert. Für viele Rezepturen verbinden wir ganz unterschiedlich aufbereitete Substanzen zu einer Komposition, ein „comp.“ in der Produktbezeichnung weist darauf hin. Diese Kompositionspräparate sind charakteristisch für die Anthroposophische Medizin und somit auch für die WALA Arzneimittel. Eine Komposition ist immer mehr als die Summe ihrer einzelnen Bestandteile. Mit ihr entsteht eine neue arzneiliche Ganzheit, die einen Menschen individuell und ganzheitlich – körperlich, seelisch und geistig – anzusprechen vermag.

WALA Arzneimittel erhalten durch die Auswahl und Qualität der Ausgangssubstanzen, ihre Aufbereitung und Komposition eine unverwechselbare Biografie und ganz eigene Qualität.

Was heisst potenzieren?

Beim Potenzieren werden Substanzen in genau beschriebenen Verhältnissen gemischt und dabei rhythmisch bewegt. Bekannt sind D-Potenzen. Das „D“ steht dabei für decem, lateinisch zehn, und bezeichnet ein Mischungsverhältnis von 1:10. Wir nehmen zum Beispiel einen Teil Arnika-Urtinktur und verschütteln diesen mit neun Teilen Wasser, um eine D1- Potenz zu erhalten. Wird eine D1-Potenz erneut mit neun Teilen Wasser gemischt und verschüttelt, spricht man von einer D2-Potenz. In der gleichen Weise geht es für die höheren Potenzen immer weiter. Substanzen, die sich nicht in Wasser lösen lassen, wie zum Beispiel Mineralien, verreiben wir in den gleichen Verhältnissen mit Milchzucker.

Besuchen Sie mit uns Markus Giesder im Potenzierlabor
Besuchen Sie mit uns Markus Giesder im Potenzierlabor

Der Natur abgelauscht: das Potenzieren

Im WALA Potenzierlabor werden die Ausgangsstoffe und Substanzen für WALA Arzneimittel weiter aufbereitet. Der Leiter des Labors, Markus Giesder, stand für Fragen zur Verfügung:

Herr Giesder, erzählen Sie uns etwas über das Potenzierlabor.

Die WALA hat zwei Labore, in denen 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. In einem Labor werden nichtsterile Arzneimittel produziert. Dort werden Potenzen für Salben und orale Anwendungen wie z.B. Globuli velati oder das WALA Echinacea Mundspray hergestellt. Ein weiteres Potenzierlabor dient als Reinraum zur Herstellung steriler Darreichungsformen. Hier werden Injektionslösungen und Augentropfen hergestellt.

Woher kommen die Ausgangsstoffe, die potenziert werden?

Die Pflanzenauszüge kommen vom Pflanzenlabor, unsere Mineralien kaufen wir hinzu. Wir verarbeiten verschiedene Edelsteine, also Quarz, Amethyst, Rubin und so weiter. Aus ihnen stellen wir Verreibungen her. Eine Verreibung ist eine weitere Art des Potenzierens, in der nicht Wasser das Potenziermedium ist, sondern Milchzucker. Dazu wird die Substanz, in diesem Fall der Quarz, eine Stunde in Milchzucker verrieben.

Für einen Potenzierschritt werden Urtinktur und Wasser exakt zweieinhalb Minuten verschüttelt
Feste Stoffe wie Quarz verreiben die MitarbeiterInnen mit Milchzucker von Hand.

Wann wird etwas verrieben und wann nicht?

Das kommt auf die Substanz an. Einen Pflanzensaft kann ich in Wasser geben, er verteilt sich dann und kann potenziert werden. Aber einen festen Stoff, wie den Quarz kann ich ja nicht einfach in Wasser geben und schütteln, sondern dort wird der Aufschlussprozess so ausgeführt, dass der Quarz in Milchzucker verrieben wird, um die Wirkung auf diesen übergehen zu lassen.

Aber Mineralien sind hart …

Ja, sie müssen erst sehr fein zerkleinert werden, bevor sie verrieben werden können. Wenn wir zum Beispiel eine D6-Potenz brauchen, dann ist das entsprechende Mineral in sechs Schritten und jeweils eine Stunde verrieben worden. Für dieses aufwändige Verfahren braucht man eine Menge Zeit. Wir verreiben alles von Hand, im Gegensatz zu anderen Firmen, die das in Verreibungsmaschinen oder Kugelmühlen machen. Durch das homöopathische Arzneibuch ist vorgeschrieben, dass nur maximal ein Kilo auf einmal verrieben werden darf, wenn man von Hand verreibt.

Ein Kilogramm Mineralien zu verreiben, ist das nicht ziemlich viel?

Nein, nein, das sind nur 100 Gramm Mineral und 900 Gramm Milchzucker. Aber meistens brauchen wir nicht so grosse Mengen, eher sind es mal so fünf Gramm von einem Mineral und 45 Gramm Milchzucker. Nachdem die Substanz verrieben ist, lösen wir die Potenz, das heisst den Milchzucker, in Wasser, und das wird dann weiter potenziert.

Da steckt ja unendlich viel Arbeitszeit drin …

Ja, sicher, aber die letztgenannten Potenzierschritte, also das wässrige Potenzieren, dauern nur zweieinhalb Minuten. Nur das Verreiben dauert eine Stunde.

Wie kommt die potenzierte Substanz auf die Globuli?

Wie kommt die potenzierte Substanz auf die Globuli? Bei anderen Herstellern wird üblicherweise in alkoholischen Lösungen potenziert. Die kleinen Zuckerkügelchen, die Globuli, werden nach Fertigstellung der Lösung damit getränkt. Die WALA aber verkauft Globuli velati, das heisst umhüllte Globuli. Wir potenzieren in Wasser, ohne Alkohol zu verwenden. Den letzten Schritt potenzieren wir in einer Zuckerlösung und dragieren diese aussen auf die Globuli auf, umhüllen sie also quasi. Deshalb sind unsere Globuli grösser. Die Zuckerlösung ist zähflüssig, lässt sich aber gut potenzieren.

Die Arbeit des Potenzierens klingt entspannend, weil sie meditativ ist, oder?

Ja, das ist sie auch. Aber man muss natürlich die relativ grossen Mengen sehen, die wir verarbeiten. Das ist schon auch körperlich anstrengend. Wir bemühen uns, in einer positiven Grundhaltung wahrnehmend tätig zu sein und zu schauen, ob uns etwas von der Pflanze entgegenkommt, die wir potenzieren. Das beinhaltet natürlich eine meditative Einstellung, und es ist in einer gewissen Weise auch entspannend. Für mich ist das Potenzieren ein Ruhepol am Tag, den ich nicht missen möchte.

Für die Herstellung von Globuli velati findet der letzte Potenzierschritt in einer Zuckerlösung statt, die in grossen Glaskolben zubereitet wird.

Die verschiedenen Darreichungsformen der WALA Arzneimittel

Erst wenn die Phase der Gewinnung und Verarbeitung der Ausgangsubstanzen sowie die Komposition der aus ihnen gewonnenen Auszüge abgeschlossen ist, wird die Arzneimittelkomposition in ihre endgültige Darreichungsform gebracht. Dabei arbeiten wir mit moderner Verfahrenstechnik und nach den strengen Hygienevorschriften, die für Arzneimittel gelten. Unter den fast 400 Arzneimitteln, die wir anbieten, finden Sie unter anderem Salben, Gele, Zäpfchen, Tinkturen, Augentropfen, Öle, Injektionslösungen, Kapseln oder Globuli velati. Es ist ein breites Spektrum für die äussere Anwendung und zum Einnehmen, für eine nahezu unerschöpfliche Fülle an Beschwerden und Lebensphasen. Dabei sind die WALA Arzneimittel so konzipiert, dass sie andere Therapierichtungen ergänzen können. Sie können also schulmedizinische Präparate und unsere anthroposophischen Arzneimittel miteinander kombinieren.

Eine Besonderheit: Die WALA Globuli velati

Globuli sind kleine Kügelchen aus Saccharose, die eine Potenzmischung tragen. Meist handelt es sich dabei um eine alkoholische Lösung, mit der die Globuli getränkt werden. Anders bei der WALA: Wir überziehen – dragieren – unsere Globuli mit einer Zuckerlösung, die die potenzierte Substanz enthält. Unsere dragierten Globuli erkennen Sie an der lateinischen Bezeichnung „velati“, die für „umhüllt“ steht. Das Dragierverfahren ermöglicht uns, auch bei der Herstellung unserer Globuli velati komplett auf Alkohol zu verzichten und sie für die Therapie von Kindern, Schwangeren und Stillenden anzubieten. Aus hygienischen Gründen sollten Sie einen Kontakt mit den Händen möglichst vermeiden und zum Abzählen und Einnehmen den Deckelbecher verwenden.

Die Dragieranlage durchmischt die Rohglobuli mit einer Zuckerlösung, die die potenzierte Substanz enthält.

Auf dieser Webseite stellen wir Ihnen 9 WALA Arzneimittel näher vor, die Sie rezeptfrei in der Apotheke oder Drogerie erhalten. Hier finden Sie unsere WALA Verkaufsstellen, wo Sie die vorgestellten, wie auch weitere unserer rund 400 Produkte, die wir schweizweit vertreiben, erhalten. Bitte lassen Sie sich bei der Auswahl von einer Fachperson beraten.