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Ratgeber Haut Aufgaben und Aufbau

Narbenpflege

Geduld zahlt sich aus

Jede Narbe erzählt davon, wie gut eine Wunde verheilen konnte. Dabei hängt die Heilung von der Schwere der Verletzung ab und von der Geduld, die Sie für die Narbenpflege aufbringen. Sofern nur die Oberhaut verletzt ist, kann sich die Haut innerhalb von 28 Tagen aus eigener Kraft erneuern, eine Narbe bleibt in der Regel nicht zurück. Wenn die Wunde aber tiefer geht, dauert es bis zu zwei Jahren, bis sich neues Gewebe fertig ausgebildet hat. Dieses Ersatzgewebe weist andere Eigenschaften auf als das ursprüngliche Gewebe: Es ist weniger elastisch, enthält keine Haare, Schweiss- und Talgdrüsen, kann keine Pigmente bilden und keine Feuchtigkeit speichern. Deshalb fühlt sich Narbengewebe anders an und sieht auch anders aus als die Haut vor der Verletzung.

Die Ausheilung einer Narbe

Die Ausheilung einer Narbe

Frische Narben sind meist leicht erhaben und rötlich. Je länger sie heilen – und je besser sie versorgt werden –, desto unauffälliger und elastischer werden sie. Während der sogenannten Narbenreifung können Sie beobachten, dass Ihre Haut spannt, juckt oder empfindlich gegenüber Berührung und Sonneneinstrahlung ist. So unangenehm diese Symptome auch sein mögen – Sie dürfen sie als deutliche Heilungssignale verstehen.

Nicht jede Narbe heilt harmonisch aus. Je nach Art der Verletzung, nach Beschaffenheit der Wundränder, nach Wundhygiene, aber auch je nach Lebensalter und genetischen Faktoren können deutlich sichtbare Narben zurückbleiben.

  • Hypertrophe, also erhabene Narben entstehen durch eine übermässige Bildung von Bindegewebe. Sie sind oft die Folge einer zu früh belasteten Verletzung oder einer andauernden Infektion.
  • Wuchernde Narben – medizinisch Keloide – bilden sich erst einige Zeit nach Wundverschluss. Sie sind dick, gewölbt, oft stark gerötet und gehen über das ursprüngliche Verletzungsgebiet hinaus.
  • Eingesunkene oder atrophe Narben entstehen hingegen durch eine mangelhafte Bildung von Bindegewebe (z. B. Akne-Narben).
  • Nach grossflächigen Verletzungen, zum Beispiel Verbrennungen, bilden sich sogenannte sklerotische Narben. Bei der Heilung muss sich das Gewebe stark zusammenziehen. Die Haut wird hart und unelastisch.

Was umfasst die Narbenpflege?

Eine ungestörte Wundheilung

Sie hilft der Haut, wieder glattes Hautgewebe zu bilden. Versuchen Sie deshalb, Verunreinigungen im Wundbereich, Spannung und Reizung durch enganliegende Kleidung sowie erneute Verletzungen zu vermeiden. Und unterstützen Sie die Regeneration.

Sonnenschutz

Schützen Sie frisches Narbengewebe vor Sonnenlicht mit entsprechender Kleidung oder Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

Wann ist eine Wunde abgeheilt?

Bitte beginnen Sie mit der Narbenpflege erst, wenn die Wundheilung vollständig abgeschlossen ist. An diesen Merkmalen können Sie sich orientieren:

  • Die Wunde ist schorffrei
  • Sie tut nicht mehr weh, ist nicht mehr geschwollen oder gerötet
  • Bei genähten oder geklammerten Wunden müssen die Fäden/Klammern gezogen sein, und es darf kein Wundsekret mehr austreten

Narben - wann zum Arzt?

  • Bei starken, unklaren oder anhaltenden Beschwerden

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